Deutsche Einheit im Gespräch
Die Reihe »Deutsche Einheit im Gespräch« lädt dazu ein, die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung und ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft bis heute näher zu erfahren. In den Veranstaltungen kommen unterschiedliche Perspektiven zu Wort und geben Einblicke in persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Fragen rund um die deutsche Einheit. Dabei geht es nicht nur um den Blick zurück, sondern auch darum, was uns die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte für Gegenwart und Zukunft lehren können. Die Reihe schafft Raum für Austausch, Diskussion und neue Perspektiven auf ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte. Alle Vorträge sind kostenfrei und finden als reine Onlineveranstaltung statt.
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Totaler Umbruch: Stasi, Neonazi, Neuanfang
Es gibt Umbrüche, die allumfassend sind und etwas mit uns machen. Unsere Gesprächsgäste haben solche Umbrüche erlebt. Als Tochter einer DDR-Bürgerrechtlerin gehörte für Nadja Klier die Überwachung durch die Stasi zum Alltag. Ihre plötzliche Ausbürgerung 1988 aus der DDR erlebte die Jugendliche als Schock und existentiellen Umbruch. Ingo Hasselbach geriet schon früh in Konflikt mit dem DDR-Regime. Zunächst war er Punk, radikalisierte sich dann im Gefängnis und wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem der führenden Neonazis Ostdeutschlands. Er schaffte den gefährlichen Ausstieg aus der Szene und gründete ein Aussteigernetzwerk. Wir sprechen mit den beiden darüber, ob und warum die erlebten Umbruchserfahrungen für sie auch noch heute von Bedeutung sind.
Eure Einheit, unsere Einheit: An wen erinnern wir?
Wenn wir über die Einheit Deutschlands sprechen, meinen wir oft die Erfahrungen der »Mehrheitsgesellschaft«. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? Ihre Geschichten erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Im Gespräch mit Paulino José Miguel und Cahit Başar wollen wir uns dieser Leerstelle der Erinnerungskultur widmen
Jungsein in Demokratie und Diktatur
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Im Gespräch mit Lisa Trebs und Tim Eisenlohr gehen wir der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt uns dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken.